

Kosten · 9 Minuten Lesezeit
Was kostet eine Fahrzeugüberführung? Der ehrliche Preisvergleich
Die kurze Antwort steht im ersten Absatz. Danach erklären wir, wie der Preis zustande kommt, wo versteckte Kosten lauern und wann sich eine Überführung wirklich rechnet.
Eine Fahrzeugüberführung auf eigener Achse kostet ab 0,75 € pro Kilometer. Bei 650 Kilometern von Stuttgart nach Hamburg sind das rund 488 € im Standardtarif. Für kürzere Strecken bis 150 Kilometer gilt ein höherer Kilometersatz und ein Mindestpreis von 100 €. Das ist die ganze Preislogik — keine Pauschale, keine Zonen, keine Zuschlagstabelle.
Wenn Sie nur diese Zahl gesucht haben: Sie können jetzt aufhören zu lesen und Ihre Strecke rechts im Rechner eingeben. Wenn Sie wissen wollen, warum der Preis so aussieht und womit Sie ihn vergleichen sollten, geht es hier weiter.
Die Preise im Überblick
Der Kilometerpreis hängt von zwei Dingen ab: von der Länge der Strecke und davon, wie schnell es gehen muss. Beides können Sie vorher wissen, also können Sie den Preis vorher ausrechnen.
| Tarif | bis 150 km | ab 151 km |
|---|---|---|
| Standard | 1,00 €/km | 0,75 €/km |
| Eilig | 1,25 €/km | 0,95 €/km |
| Express | 1,50 €/km | 1,30 €/km |
Unabhängig vom Ergebnis liegt der Mindestpreis bei 100 €. Eine Fahrt über 40 Kilometer kostet also nicht 40 €, sondern 100 € — der Aufwand für Anreise, Übernahme und Dokumentation fällt bei einer kurzen Strecke genauso an wie bei einer langen.
Drei Beispiele, durchgerechnet
Abstrakte Tarife helfen wenig. Hier drei Strecken, wie sie tatsächlich vorkommen, jeweils im Standardtarif gerechnet.
Beispiel 1: Gebrauchtwagenkauf, München nach Berlin
Sie haben online ein Fahrzeug in München gekauft und wohnen in Berlin. Die Strecke beträgt rund 585 Kilometer. Im Standardtarif kostet die Überführung etwa 410 €. Dafür wird das Fahrzeug bei Ihrem Verkäufer übernommen, der Zustand vor Fahrtbeginn dokumentiert und das Auto vor Ihrer Haustür übergeben.
Beispiel 2: Autohaus liefert an einen Kunden, 220 Kilometer
Ein Autohaus verkauft ein Fahrzeug an einen Kunden zwei Bundesländer weiter. Bei 220 Kilometern liegt der Standardpreis bei 165 €. Soll das Fahrzeug morgen dort sein, greift der Eilig-Tarif mit 0,95 €/km, also 209 €. Die Differenz von 44 € ist der Preis dafür, dass die Disposition heute noch umgestellt wird.
Beispiel 3: Kurze Strecke, 60 Kilometer
Ein Fahrzeug soll von der Werkstatt zurück zum Halter, 60 Kilometer entfernt. Rechnerisch wären das im Kurzstreckentarif 60 €. Weil der Mindestpreis greift, kostet die Fahrt 100 €. Bei solchen Strecken lohnt es sich zu prüfen, ob mehrere Fahrten gebündelt werden können.
Womit Sie den Preis vergleichen sollten
Ein Preis für sich allein sagt wenig. Interessant wird er im Vergleich mit den beiden Alternativen: selbst fahren oder auf einen Autotransporter verladen.
Alternative 1: Selbst hinfahren
Der Vergleich fällt oft zugunsten der Überführung aus, weil die eigene Fahrt selten ehrlich gerechnet wird. Bei der Strecke München–Berlin fallen an:
- Bahnticket für die Hinfahrt, je nach Vorlauf zwischen 40 € und über 150 €
- Ein Arbeitstag, den Sie nicht anders nutzen können — bei vielen Selbstständigen die größte Position der Rechnung
- Kraftstoff für die Rückfahrt, bei 585 Kilometern realistisch 60 bis 90 €
- Verschleiß und Risiko, weil Sie ein Fahrzeug fahren, das Sie noch nicht kennen
Wer den eigenen Tag mit null ansetzt, kommt günstiger weg. Wer ihn realistisch bewertet, landet bei längeren Strecken meist in derselben Größenordnung wie die Überführung — ohne den Tag zu verlieren.
Alternative 2: Autotransporter
Der Transport auf dem LKW ist die teurere Variante, weil ein Fahrzeug plus Ladefläche plus Fahrer bewegt werden muss statt nur das Fahrzeug. Dazu kommt die Wartezeit: Ein Transporter fährt erst los, wenn er ausgelastet ist. Für einen einzelnen PKW bedeutet das häufig mehrere Tage Vorlauf.
Der Transporter hat trotzdem seine Berechtigung — nämlich immer dann, wenn das Fahrzeug nicht fahrbereit ist oder wenn keine Kilometer dazukommen dürfen. Mehr dazu im Beitrag zum Vergleich eigene Achse gegen Transporter.
Was den Preis nicht beeinflusst
Genauso wichtig wie die Preisfaktoren ist die Liste der Dinge, die keinen Aufschlag verursachen:
- Der Fahrzeugtyp. Ein Kleinwagen und ein Kombi kosten pro Kilometer dasselbe.
- Der Fahrzeugwert — bis zur Grenze der Absicherung von 100.000 €.
- Die Richtung. Nord nach Süd kostet so viel wie Süd nach Nord.
- Die Uhrzeit der Anfrage. Es gibt keinen dynamischen Preis, der steigt, weil Sie abends anfragen.
Warum Kilometerpreis und nicht Pauschale
Pauschalen sind bequem für den Anbieter und undurchsichtig für den Kunden. Bei einer Pauschale zahlen kurze Strecken die langen mit, und Sie können nicht nachvollziehen, wofür Sie zahlen. Kommt es später zu einer Rückfrage, gibt es keine Grundlage, auf die sich beide Seiten berufen können.
Strecke mal Satz. Das kann jeder nachrechnen — und genau darum geht es.
Für Autohäuser und Unternehmen hat das einen zweiten Vorteil: Eine kilometergenaue Abrechnung lässt sich sauber auf den einzelnen Vorgang buchen. Eine Monatspauschale muss intern verteilt werden, und diese Verteilung macht am Ende jemand von Hand.
Was im Preis enthalten ist
Damit klar ist, wofür der Kilometerpreis steht — hier die Leistungen, die dazugehören:
- 1Anreise zum Abholort, in der Regel mit der Bahn
- 2Übernahme des Fahrzeugs am vereinbarten Standort
- 3Dokumentation des Fahrzeugzustands vor Fahrtbeginn
- 4Die Überführungsfahrt auf eigener Achse
- 5Absicherung bis zu einem Fahrzeugwert von 100.000 €
- 6Persönliche Übergabe am Zielort
Kein Punkt davon wird später als Position nachgereicht. Wenn im Einzelfall etwas hinzukommt — etwa eine Wartezeit, weil das Fahrzeug bei der Abholung nicht bereitsteht — wird das vorher besprochen, nicht in die Schlussrechnung geschrieben.
Wie Sie Ihren Preis herausfinden
Geben Sie Abhol- und Zielort in den Rechner ein. Die Strecke wird anhand der tatsächlichen Straßenkilometer bestimmt, nicht als Luftlinie. Sie sehen sofort Entfernung, Tarif und Preis.
Das Ergebnis ist eine unverbindliche Kalkulation auf Basis Ihrer Angaben. Das verbindliche Angebot folgt nach Prüfung von Fahrzeugdaten und Verfügbarkeit — und es entspricht dem Rechnerergebnis, solange die Angaben stimmen. Der Rechner ist kein Lockangebot, sondern derselbe Rechenweg, der auch für das Angebot verwendet wird.
Nächster Schritt
Rechnen Sie Ihre Strecke durch — unverbindlich
Start und Ziel eingeben, Preis sehen. Eine Anfrage ist kein Auftrag: Sie bekommen ein verbindliches Angebot und entscheiden danach.
Geschrieben von Matthias Unruh · Stand August 2026
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